Die Lösung wartet um die Ecke

Berliner Abendblatt

12.11.2015 | Berliner Abendblatt I Michael Hielscher I 12.11.2015 I

Endlich zeichnet sich eine Lösung zum Erhalt der Senioren-Freizeitstätte Stille Straße 10 in Pankow-Niederschönhausen ab. Nach unzähligen vergeblichen Rettungsversuchen, medienwirksamer wochenlanger Hausbesetzung der „Wut-Rentner“, vielen Solidaritätsaktionen und manch zwischenzeitlicher Enttäuschung gibt es nun Licht am Horizont: Die Volkssolidarität will auf dem Grundstück der nur wenige Meter entfernten Tschaikowskistraße 14 einen Neubau errichten. Dieser soll sowohl eine Einrichtung der Behindertenhilfe werden – mit Wohngemeinschaften für Menschen mit Behinderung sowie betreutem Wohnen – als auch den Seniorentreff barrierefrei beherbergen.

Plan B existiert

Seit der Übernahme der Begegnungsstätte durch die Volkssolidarität Berlin erhielt der Wohlfahrtsverband keinerlei finanzielle Förderung für den erforderlichen behinderten-gerechten Umbau und die Bewirtschaftung. Als auch die Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin den Antrag auf 800.000 Euro Förderung als „nicht prioritär“ ablehnte, war die Stimmung auf dem Tiefpunkt. Damit sollte die Begegnungsstätte so umgebaut werden, dass auch Menschen mit Behinderung barrierefrei die Angebote hätten nutzen können. Ein zweiter Rettungsweg wäre geschaffen, der Brandschutz hergestellt und die Traglast der Decke erhöht worden. Voraussetzungen, die eine Beantragung der Betriebserlaubnis möglich gemacht hätten. So aber war die Zukunft der Begegnungsstätte bisher ungewiss. Noch sichert ein Nutzungsvertrag zwischen Volkssolidarität und Bezirksamt Pankow die Arbeit des Fördervereins in der Begegnungsstätte, der vorerst nur bis 31. Dezember 2015 gilt. Ein Kaufvertrag für das Haus und ein entsprechender Erbbau-Pachtvertrag fürs Grundstück seien unterschriftsreif ausgehandelt, hieß es im Frühjahr. Da aber mit einem Eigentümerwechsel auch der bisherige Bestandsschutz für das Haus endet, wäre die Volkssolidarität sofort in der Pflicht gewesen, bauliche Auflagen zu erfüllen. Dazu sah und sieht sich die Volkssolidarität nicht im Stande. Für André Lossin, Landesgeschäftsführer der Volkssolidarität, stand nach Prüfung diverser Optionen immer fest: Nur mit einem Neubau für „intergeneratives Wohnen“ mit Tagesförderstätte und Wohnheim, wofür es in Pankow Bedarf gebe, sieht er ein sinnvolles Geschäftsmodell, um auch die Seniorenfreizeitstätte dauerhaft zu bewirtschaften. Doch die erhofften Zukäufe der Nachbargrundstücke Stille Straße 12 und 14 kamen nicht zu Stande. Ein Plan B musste her: Inzwischen gibt es ihn, nicht zuletzt dank der Vermittlungen des SPD-Bundestagsabgeordneten Klaus Mindrup. Demnach sollen Bund und Land Berlin auf ihren Zugriff zur Tschaikowskistraße 14 zugunsten der Volkssolidarität verzichten. Im Gegenzug könnte das Grundstück Stille Straße 10 an die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) gehen und für die Bebauung mit Wohnraum zur Verfügung gestellt werden.

Sehr konkret

Das Vorhaben ist immerhin schon so konkret, dass die Volkssolidarität ihre Pläne im Pankower Bauamt eingereicht hat. Bis zur Fertigstellung eines Neubaus und dem Umzug des Seniorentreffs, würde die Volkssolidarität den Nutzungsvertrag für die Stille Straße 10 abermals verlängern. Die SPD-Fraktion warb in der BVV vom Mittwoch dafür, dieses Vorgehen umgehend zu unterstützen.

http://www.abendblatt-berlin.de/2015/11/12/die-loesung-wartet-um-die-ecke/

Stille Straße 10
13158 Berlin
Deutschland